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Teerkorkplatten auf dem Dach

Teerkork - Was ist das?

Bei dem auch als Korkstein bekannten Teerkork handelt es sich um einen Baustoff der zur Wärme- bzw. Schallisolierung verwendet wurde. Kleine Korkbruchstücke sind dabei in einem Bindemittel aus PAK-haltigem Steinkohlenteerpech oder Bitumen fest miteinander verklebt. In der Regel wurden Platten verwendet. Als Kleber diente Steinkohlenteerpech.

Was ist daran gefährlich?

Diese Produkte sind allgemein sehr hoch mit PAK belastet. Das darin enthaltene Naphthalin sublimiert schon bei Raumtemperatur. Die Geruchsschwelle liegt etwa 0,2 mg / cbm Raumluft. Was wir hier riechen, wird oft als der typische Teergeruch bezeichnet. Naphthalin kann die roten Blutzellen schädigen. Beim Einatmen kann es zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszuständen führen. Es steht im Verdacht Krebs erzeugen zu können.

Wo ist das Problem?

Naphthalin ist in der Lage poröse Baustoffe wie z.B. Beton oder Estriche zu durchdringen. Weiterhin hat dieses Produkt die Eigenschaft Sekundärkontaminationen hervorzurufen. D.h. andere Gegenstände (Möbel, Türen, Parkett) können sich mit Naphthalin anreichern und somit selbst zur neuen Schadstoffquelle werden.

Der konkrete Fall: Ein frisch saniertes Bürogebäude in Berlin

5. Etage, darüber ein Flachdach aus Stahlbeton. Die dort verwendete Dämmung bestand aus Teerkork. Die Raumluftbelastung durch Naphthalin ist so hoch, das die Nutzer ausziehen müssen. Der Schadstoff gelangte durch die Stahlbetondecke hindurch in die Räume hinein.

Die Ausführung

Der Teerkork auf der darüber liegenden Stahlbetondecke wurde entfernt. Die vorhandenen neuen Abhangdecken wurden demontiert und eingelagert. Alle Flächen der kompletten Büroetage wurden mehrfach mittels H-Sauger gereinigt und zusätzlich feucht abgewischt. Die gesamte Stahlbetondecke wurde von unteren her mittels Valutect Folie zum Raum hin abgedichtet. Die eingelagerten Abhangdecken wurden wieder montiert.

Warum hat über Jahrzehnte hinweg niemand etwas gerochen?

Alte, undichte Fenster, fehlende Wärmedämmung sorgen für einen relativ hohen Luftwechsel. Der Teergeruch lüftet einfach ab. Fazit: Unbedingt vor der Sanierung nach Teerprodukten suchen!

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